Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Schlüsselflächen und Mehrkantprofile

Eine Schlüsselfläche ist eine ebene Fläche an einem runden Teil, an der ein Gabelschlüssel oder eine Zange ansetzt. Zwei parallele Flächen heißen Zweiflach, sechs Flächen Sechskant; zusammen nennt man sie Mehrkantprofile. Die Fläche liegt außerhalb der runden Mantelfläche und gehört darum nicht zur Drehachse: Ihr Abstand zur Achse ist ein Maß, ihre Lage um die Achse ein Winkel.

Eine vollständige Angabe nennt drei Dinge. Erstens die Weite, also den Abstand zweier gegenüberliegender Flächen. Zweitens ihre Länge entlang der Achse und den Abstand zur Stirnseite, an dem sie beginnt. Drittens die Winkellage zu einer Bezugsfläche oder zu einem anderen Merkmal am Teil, etwa einer Querbohrung. Ohne den dritten Punkt ist offen, ob die Fläche oben, unten oder seitlich liegt. Bei Mehrkantprofilen kommt die Frage dazu, ob die Weite an allen Flächen gleich ist.

Die typische Lücke: Die Seitenansicht zeigt die Fläche, aber die Zeichnung sagt nicht, wie sie zu einem anderen Merkmal steht. Das Angebot beginnt dann mit der Frage, welche Lage gemeint ist.

Schema: Schlüsselfläche, Querbohrung und Nut an einer Welle Kein Teil aus einer Lieferung, frei erfunden: Skizze einer Welle mit einer Schlüsselfläche, einer Querbohrung und einer Nut. In der Seitenansicht sind der Abstand a der Fläche zur Stirnseite, ihre Länge l und der Abstand b der Querbohrung zur Stirnseite bemaßt. In der Stirnansicht ist die Winkellage der Querbohrung zur Bezugsfläche B eingezeichnet. Schlüsselfläche Querbohrung Nut a l b A Winkel B Stirnansicht a, b: Abstand von der Stirnseite · l: Länge der Fläche Winkel: Lage der Querbohrung zur Bezugsfläche B
Kein Teil aus einer Lieferung: Skizze einer Welle mit Schlüsselfläche, Querbohrung und Nut, bemaßt von der Stirnseite aus.

Querbohrungen

Eine Querbohrung steht quer zur Drehachse. Sie ist ein typisches Zusatzmerkmal an Rundteilen: Schmierbohrung, Stiftloch, Durchgang für einen Bolzen. Die Zeichnung muss mehr festlegen als den Durchmesser.

Die Lage entlang der Achse steht als Abstand zur Stirnseite oder zu einem Absatz, gemessen bis zur Mitte der Bohrung. Die Lage zur Achse beantwortet, ob die Bohrung durch die Achse geht oder versetzt ist; ein Versatz ist ein eigenes Maß. Die Winkellage sagt, um welchen Winkel die Bohrung gegen eine Bezugsfläche gedreht ist, etwa gegen die Schlüsselfläche am selben Teil. Dazu kommt die Tiefe: durchgehend oder als Sackloch mit Tiefenmaß, bei dem auch die Form des Bohrungsgrundes in die Angabe gehört, wenn sie zählt.

Drei Lücken kommen immer wieder vor. Die Bohrung ist „mittig“ gezeichnet, aber nicht bemaßt. Die Winkellage lässt sich nur aus der Ansicht erahnen. Die Bohrung schneidet eine Fläche schräg an, ohne dass ein Maß sagt, wo die Kante liegt. Jede dieser Lücken schließt eine einzige Angabe.

Nuten und Exzenter

Eine Nut in der Mantelfläche braucht Breite, Tiefe und Länge, dazu die Winkellage und den Abstand zur Stirnseite. Bei der Tiefe kommt es darauf an, wovon sie gemessen wird: von der Mantelfläche oder vom gegenüberliegenden Durchmesser. Das Nutende ist rund oder gerade, ein runder Auslauf braucht seinen Radius. Nuten, die um die ganze Mantelfläche laufen, gehören zu den runden Merkmalen und nicht zu den Zusatzmerkmalen dieser Seite.

Ein Exzenter ist ein Zapfen oder Absatz, dessen Achse gegenüber der Bezugsachse versetzt ist. Er bringt eine zweite Achse ins Teil und verlangt zwei Angaben: den Versatz der Achsen und ihre Winkellage zueinander. Die Zeichnung muss klar machen, welche Achse Bezug ist und welche folgt.

Zusatzmerkmale und ihre Angaben
MerkmalWas die Zeichnung festlegt
SchlüsselflächeWeite, Länge, Abstand zur Stirnseite, Winkellage
QuerbohrungDurchmesser, Abstand, Versatz, Winkellage, Tiefe
NutBreite, Tiefe, Länge, Nutende, Winkellage, Abstand
ExzenterVersatz der Achsen, Winkellage, Bezug

Angaben für die Anfrage: Drehteil mit Fräsmerkmalen

Schreiben Sie zu jedem Zusatzmerkmal Art und Anzahl in die Teileliste Ihrer Anfrage und legen Sie in der Zeichnung Abstand zur Stirnseite, Winkellage und Tiefe oder Länge fest. Der Wegweiser zählt die Merkmale außerhalb der Achse: Bis zu drei bleiben ein Drehteil mit Zusatzmerkmalen, ab vier ordnet er das Teil als Mischform ein und stellt Rückfragen. Je genauer diese Angaben vorab stehen, desto weniger Rückfragen braucht das Angebot.

  • Art und Anzahl der Zusatzmerkmale
  • Abstand zur Stirnseite
  • Winkellage zur Bezugsfläche
  • Tiefe oder Länge

Typische Rückfragen zu Zusatzmerkmalen

Fehlt in der Zeichnung eine der Angaben von oben, kommen am Anfang eines Angebots meist dieselben Fragen. Wer sie vorab beantwortet, spart die erste Rückfrage-Runde:

  1. Von welcher Stirnseite aus ist der Abstand gemeint, wenn beide Enden ähnlich aussehen?
  2. Liegt die Schlüsselfläche oder die Querbohrung in einer festen Winkellage zu einem anderen Merkmal, oder darf die Lage frei gewählt werden?
  3. Geht die Querbohrung durch die Achse, oder ist sie versetzt?
  4. Ist die Tiefe einer Nut von der Mantelfläche oder vom gegenüberliegenden Durchmesser aus gemeint?
  5. Welche Achse ist bei einem Exzenter der Bezug?

Die Skizze oben zeigt eine Möglichkeit, die Antworten in der Zeichnung unterzubringen: Maße a, b und l laufen von der Stirnseite aus, der Winkel der Querbohrung bezieht sich auf die Fläche B.

Häufige Fragen

Lage zur Achse, Weite und die Winkellage zur Bezugsfläche. Dazu gehören die Länge der Fläche und ihr Abstand zur Stirnseite.

Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026

Teil eingeordnet? Dann geht die Zeichnung an uns.

Schicken Sie die bemaßte PDF-Zeichnung und das STEP-Modell. Bleibt die Einordnung offen, stellen wir vor dem Angebot die nötigen Rückfragen.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de